Eindrücke eines Helfers: «Asterix und Bipifax» – Ein Vorzeige-Projekt für Jugendarbeit

geschrieben von einem Helfer und Vater

Das erste Mal, als ich von diesem Anlass gehört hatte, war vor mehr als einem Jahr. Schon da war für mich klar: Da werden wir mithelfen. Mit meinen zwei linken Händen wohl nicht unbedingt beim Aufbau des Zeltes oder gar beim Zimmern, aber Hilfe werden sie ja wohl überall gebrauchen können. So entschieden wir uns dann, einen Posten zum Thema "Schmecken, Tasten, Riechen" beim Postenlauf der "Meute"-Gruppe zu betreiben. Die Organisatoren liessen uns dabei sehr viel Freiraum, wir konnten eigentlich den ganzen Posten frei gestalten. Nur ganz wenige Rahmenbedingungen mussten wir einhalten.

Aufbau

Am Wochenende vor der LAGE wurde mit den Aufbauarbeiten begonnen. Wir entschieden uns spontan, am Sonntag auf dem Gelände mitzuhelfen. Was wir helfen konnten wussten wir noch nicht. So kam es wie es kommen musste: Kaum waren wir auf dem Platz, erhielten wir Hammer und Säge in die Hände gedrückt mit dem kurzen und direkten Auftrag: "Da habt ihr Werkzeug, dort liegen Bretter, macht bitte Sitzgelegenheiten". Für alle die mich nicht kennen, ich bin Bürogummi und verbringe meinen Arbeitsalltag während 10 Stunden in einem Grossraumbüro. Die einzigen Werkzeuge, die ich fehlerfrei bedienen kann, sind Computer, Drucker und Telefon! Tja so standen wir vor der grossen Herausforderung. Und trotz unserer ersten Reaktion "das können wir doch nicht" hatten wir nach 3 Stunden 10 tolle Bänkli und Stühle gezimmert und das Beste war, "Sie hielten"! Mit "stolzgeschwelter" Brust watschelte ich abends zufrieden nach Hause. J

Das LAGE-Wochenende

Am Sonntag waren wir dann an unserem Posten engagiert. 19 Gruppen kamen über den ganzen Tag verteilt bei uns vorbei und mussten verschiedene Gegenstände mit Riechen, Tasten und Schmecken herausfinden. Es war toll, die vielen strahlenden Kindergesichter zu sehen und mit welchem Eifer und Enthusiasmus sie sich an die Aufgaben machten. Gegen drei Uhr am Nachmittag war der Postenlauf dann fertig und alle Pfadis besammelten sich im grossen Zelt auf dem Lagerplatz zum Finale, der Rangverkündigung.

Was hat das alles mit Kinder- und Jugendarbeit zu tun?

Ein solcher Anlass würde meiner Meinung nach mehr als nur eine Randnotiz in den Medien verdienen. Er ist nämlich ein Paradebeispiel für eine sinnvolle und kostengünstige Kinder- und Jugendarbeit. Die Pfadis haben ein tolles, erlebnisreiches Wochenende in der Natur erlebt. Und praktisch alles hat dazugehört: Teamwork, Wissen über Natur, Allgemeinwissen, Pfaditechnik, Spiel, Spass, Theater und noch vieles mehr. Die Pfadi-Leiter haben für ein Wochenende die Verantwortung für eine Gruppe Kinder und Jugendlicher übernommen. Das tönt zwar nicht sehr spektakulär, ist aber definitiv kein Zuckerschlecken und erforder viel Mut, Engagement, Nerven und vieles mehr. Und vor allem brauchte es Personen im OK, das den Teilnehmern (Pfadis und Leiter) ein solch tolles Wochenende überhaupt ermöglichen konnte. Und das ist für mich das Eindrücklichste. Gemäss meinen Informationen war im LAGE – OK keine Person älter als 24 Jahre alt. Die meisten waren zwischen 20 – 24 Jahre, selbst ja noch fast Jugendliche.

Liebe/r Ventus, Zenon, Gwaag, Aragorn, Gümper, Marabu, Giandujo, Thazay, Rugby, Jojo, Kayley, Chulo, Tanoshii, Ladro, Sombrero, Jerry, Klick, Zinnia und Alle, die im Hintergrund mitgeholfen haben: Vielen herzlichen Dank für Euer riesiges Engagement und Eure Arbeit, die Ihr geleistet habt und die Zeit, die Ihr Woche für Woche zu Gunsten der Kinder und Jugendlichen leistet. Was Ihr da auf die Beine gestellt habt, verdient höchste Anerkennung. Ihr seid echte Vorbilder!

Was können wir, bzw. jeder Einzelner zu Kinder- und Jugendarbeit beitragen?

Es wäre natürlich schön, wenn die ehrenamtliche Arbeit auf mehr Schultern verteilt werden kann, als dies meistens der Fall ist. In vielen Vereinen und Organisationen sind es immer die gleichen Personen und es ist schwierig, Nachfolger für Vorstandsämter oder OK-Posten zu finden. Und dafür habe ich auch grundsätzlich Verständnis. Was ich mir dann aber wünsche ist, dass diese wenigen Personen unterstützt werden und ihnen so gut wie möglich geholfen wird. Bereits Sitzbänkli zimmern oder an einem Sportwettkampf für 3 Stunden eine Stoppuhr bedienen, ist viel wert.